Erfahrungsbericht: Wie ich zur Permakultur gekommen bin

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Von Angela Segieth

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Ehrlich gesagt, hatte ich nie Lust im Garten rum zu wuseln, Wege zu hacken oder auch nur (Un)kraut zu jäten. Und dann auch noch jeden Tag gießen? Nee nichts für mich… dachte ich.

Eines Tages erzählte mir ein guter Freund, dass er die Beete in seinem Garten mulcht.

Mulchen? Was ist das? Und wozu?

Er meinte, Mulch besteht aus z.B.: (Un)kraut, Gras, Blätter und wird flächendeckend und gleichmäßig auf den Beeten ausgebreitet. Durch diese dicke Schicht kommt so gut wie kein (Un)Kraut mehr durch und der Boden bleibt schön feucht.

Das (Un)kraut für den Mulch wächst z.B. auf Beeten, das kann raus gezupft und auf den Beeten verteilt werden. Nach dem Rasen mähen kann das Gras (der Rasenschnitt) als Mulch verwendet werden. Blätter, die im Herbst von den Bäumen fallen, können ebenfalls verwendet werden.

Wichtig ist, dass regelmäßig nach gemulcht wird, weil viele Insekten und andere Tiere den Mulch fressen, somit werden die anderen Pflanzen bedeutend weniger angeknabbert.
Der Boden wird durch Ausscheidungen der Insekten auch noch auf ganz natürliche Weise gedüngt und von Maulwürfen sowie von Regenwürmern aufgelockert. Somit entfällt das Umgraben. Die Pflanzen müssen nicht gegossen werden, sie suchen sich ihr Wasser in der Erde selbst und bekommen dadurch längere und stärkere Wurzeln.

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Hey toll, kein (Un)kraut jäten, kein Umgraben, nicht düngen und auch nicht gießen.
Das wollt ich unbedingt ausprobieren, also suchte ich mir einen Garten und fand auch einen.

Gesagt, getan. Schon bald hatte ich einen wunderschönen großen Garten (528 qm) mit Laube.

Nach wenigen Monaten hatte ich dann Erdbeeren, Tomaten, Kartoffeln, Möhren, Rhabarber, Rote Beete, Erbsen, Bohnen, Zucchini, Kürbis, Lauch … usw.
alles was man eben so haben kann.

Das Resultat: Durch Mulch bleibt die Erde feucht.
Dadurch nehmen Obst, Gemüse, Kräuter ständig Feuchtigkeit auf.
Auch im Hochsommer muss nicht bewässert werden.
Es ist in Ordnung, wenn die Pflanzen bei 30°C im Schatten die Blätter hängen lassen, somit schützen sie sich vor der Sonne.
Regenwürmer und andere Tiere verzehren Mulch und scheiden ihn wieder aus = natürlicher Dünger.
Und dank meiner lieben Helfer brauchte ich auch nicht umgraben.

Regenwürmer z.B. bewegen sich unter der Erde.
Die Röhren, die sie dabei erschaffen, stabilisieren sie mit ihren Ausscheidungen, damit sie nicht einstürzen. Durch diese Röhren gelangt mehr Wasser und Sauerstoff in das Erdreich.
Die Ausscheidungen sind zudem kalziumhaltig, neutralisieren säurehaltige Bodenstoffe und die Erde wird gedüngt. Die Wurzeln der Pflanzen gelangen tiefer in die Erde und können mehr Nährstoffe und Wasser aufnehmen.

Obstbäume hab ich einfach wachsen lassen, wie sie wollten. Als die Äste der Bäume länger wurden, konnten sie auch mehr Obst bilden. Ich hatte jedes Jahr mehr Früchte.

Es konnten sich viele Tiere entwickeln und vermehren (Würmer, Insekten, Maulwürfe u.a.),
weil sie genug Nahrung finden.

Alle hatten genug zu essen und niemanden wird geschadet.

Hinweis: Wechselt man nach Jahren von einer üblichen Anbaumethode wie Monokultur, Unkraut jäten und Pestizidspritzen zur Permakultur, kann es geschehen, dass die Natur, um die Pflanzen und den Boden zu rehabilitieren, erst einmal eine Fülle von Insekten nutzt, die die schwachen Pflanzen wegfressen und den Boden wieder mit wertvollem Dünger (Ausscheidungen) aufbereitet, um das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen. Davon darf man sich nicht entmutigen lassen, nach 1-2 Jahren (je nach Zustand des Bodens) hat sich der Boden wieder erholt.